Kaffeebauern – unsere wichtigsten Partner

Die Kaffeebauern sind unsere wichtigsten Partner.

Wenn es uns gelingt, sie für einen nachhaltigen Umgang mit dem Land, auf dem sie wirtschaften, zu motivieren, sind die Voraussetzungen für den respektvollen Umgang mit allen Lebewesen und den Schutz des Regenwaldes geschaffen.

Wir unterstützen unsere Partner bei der Umstellung auf den biologischen Anbau und bestärken sie in ihrem traditionellen Wissen um die Bedeutung der komplexen Zusammenhänge zwischen tropischem Regenwald und Kaffeeanbau. Diese Überlegungen stecken hinter dem einzigartigen Orang Utan Coffee.

Gayo Hochland, Provinz Aceh

Das Gayo-Hochland liegt auf 900 – 2000 müM. 1924 brachten die Holländer den Kaffee nach Aceh und begannen im Gayo-Hochland mit dem Arabica-Anbau. Heute werden ca. 70’000 ha Kaffeeplantagen von ca. 60’000 Kaffeebauern bewirtschaftet. Damit ist das Gayo-Hochland weltweit das grösste Arabica-Anbaugebiet auf dieser Höhe.

Der Kaffee profitiert vom Klima des angrenzenden Schutzgebiets des Leuser Ökosystems von 2 Mio ha (die Hälfte der Schweiz!), das grösste Regenwaldschutzgebiet Südostasiens mit weltweit höchster Artenvielfalt. Das Leuser Ökosystem schliesst den Gunung Leuser Nationalpark von 1 Mio ha mit ein und bietet den vom Aussterben bedrohten vier grossen Säugetierarten Sumatra Nashorn, Sumatra Elefant, Sumatra Tiger und Sumatra Orang-Utan ihren letzten Lebensraum.

Kaffeebauern im Gayo Hochland

Wih Bersih

Das idyllische Dorf Wih Bersih liegt im Bezirk Aceh Tengah auf einer Höhe von 1200 – 1600 müM inmitten seiner Kaffeeplantagen auf einer Terrasse am Fusse eines Vulkanabhangs, der von intaktem Berg-Regenwald bedeckt ist.Die Kaffeebauern von Wih Bersih waren unsere ersten Partner!

Die Kaffeebauern von Wih Bersih waren unsere ersten Partner!

2012 fingen wir mit 40 Bauern an und heute sind es 58, die gesamthaft knapp 32 Hektaren mit Arabica-Kaffee, vor allem die Tim-Tim- und Ateng-Sorten, bewirtschaften. Die ersten Kaffeebauern wurden im April 2014 bio-zertifiziert. „Wih Bersih“ bedeutet „sauberes Wasser“, und das ist dank dem intakten Regenwald gewährleistet. Die Artenvielfalt in dieser Plantage ist hoch, da die Bauern nebst der Leguminose Lamtoro eine Vielfalt von anderen Bäumen wie Avocado, Mandarine, Nangka und Durian, Papaya, Banane und Zimt zwischen die Kaffeesträucher pflanzen.

Umang Isaq

Umang Isaq, was soviel bedeutet wie “Onkel Isaak”, stiess im Juli 2013 als unser zweiter Partner zum Projekt. Das Dorf liegt in bezaubernder Landschaft im Distrikt Aceh Tengah mehr als 5 Stunden Fahrt von Takengon, der Hauptstadt des Gayo-Hochlands entfernt und hat eine spezielle Geschichte.

Während des Bürgerkriegs war es ein geheimes Rückzugsgebiet der Aceh Freiheitskämpfer, was zu einem Konflikt mit der Armee führte und infolgedessen zu einer gewaltsamen Vertreibung der ansässigen Dorfbevölkerung. Erst nach dem Ende des Bürgerkriegs 2005 kehrten die Kaffeebauern nach und nach zurück und kümmerten sich um die vernachlässigten Plantagen.

Die Kaffeegärten liegen auf einer Höhe von 1000 – 1400 müM und es werden vor allem die Arabica-Sorten Tim-Tim und Ateng angebaut. Gegenwärtig arbeiten wir mit 27 Bauern zusammen, die 46 ha bewirtschaften. Die Lage dieser Plantagen ist besonders, denn es gibt keine anderen Kaffeeplantagen in der Nachbarschaft.

Mekar Indah

Das kleine Dorf „Mekar Indah“, auf Deutsch „Schöne Blüte“, ist ein Ableger des Dorfs Wih Bersih, und seine Kaffeegärten liegen angrenzend an diejenigen von „Wih Bersih“ auf einer Höhe zwischen 1200 und 1600 müM im Bezirk Zentral-Aceh.

Seit 2015 arbeitet das Orang Utan Coffee Project hier mit 22 Farmern zusammen, die ein Gebiet von 17,7 ha Kaffeeplantagen, hauptsächlich Tim-Tim- und Ateng-Sorten, bewirtschaften. Dorfkultur und Kaffeeanbau in Mekar Indah unterscheiden sich kaum von denjenigen in Wih Bersih.

Panji Mulia

Der Name „Panji Mulia“ bedeutet „Edler Sieg“. Uns ist der Ursprung dieses Namens nicht bekannt; vielleicht hat früher hier einmal ein Kampf stattgefunden? Diese Kaffeeplantagen liegen im Distrikt Bener Meriah auf einer Höhe von 1300 bis 1500 müM. Das Orang Utan Coffee Project arbeitet zusammen mit 40 Kaffeebauern, die insgesamt eine Fläche von 25.5 ha Kaffeeplantagen bewirtschaften. Die Sorten, die hier angebaut werden, sind Arabica Ateng und Tim-Tim.

Die Besonderheit dieser Bauerngruppe ist, dass sie von javanischen Immigranten abstammt, die während der Kolonialzeit in holländischen Teeplantagen arbeiteten. Damit ist „Panji Mulia“ die erste Bauerngruppe, die nicht zur vorherrschenden ortsansässigen Volksgruppe der Gayo gehört. Das ist ein sinnvoller Beitrag zu einem ethnischen Gleichgewicht innerhalb des Orang Utan Coffee Project.

Pantan Bener

Die Mehrheit dieser Bauerngruppe gehört zur Volksgruppe der Gayo.

Hier arbeiten wir mit 40 Kaffeebauern zusammen, die insgesamt 44.5 ha Kaffeeplantagen auf 1200 – 1400 müM bewirtschaften. Auch hier werden die Arabica-Sorten Tim-Tim und Ateng angebaut.

Im Vergleich zu den anderen Gruppen wird hier noch nicht so lange Kaffee angebaut. Bis vor kurzem herrschte der Robusta-Anbau vor, und bis heute trinken die Bauern lieber Robusta und verkaufen den Arabica, der einen höheren Erlös bringt.

Uning Bertih

Der Kaffeeanbau ist schon lange die Existenzgrundlage dieser Gruppe. Die Plantagen liegen auf einer Höhe von 1100 – 1300 müM im Distrikt Bener Meriah. Wir arbeiten mit 17 Kaffeebauern zusammen, die insgesamt 19.6 ha bewirtschaften. Die Arabica-Sorten Tim-Tim und Ateng herrschen vor.

Das Dorf Uning Bertih liegt in reizvoller Landschaft am Fuss des Bergs Burni Kelong. Die Kaffee-Ernten ziehen sich hier über eine längere Periode verglichen mit anderen Gruppen.

Distrikt Kayu Aro, Bezirk Kerinci, Provinz Jambi

Kayu Aro

Kayu Aro liegt in Zentralsumatra in der Provinz Jambi südöstlich des Gayo Hochlands. Hier hat der Anbau von Kaffee noch keine lange Tradition, denn Kayu Aro ist eigentlich bekannt für seinen Tee von weltberühmter Qualität. Jedoch hier in der Umgebung des Nationalparks Kerinci-Seblat steht der Gemüseanbau im Vordergrund.

Vor einem knappen Jahr nahmen wir die Zusammenarbeit mit Dr. Sukianto Lusli und seiner Firma Tropical Agro auf. Seit 2009 überzeugt der Biologe und anerkannte Naturschützer erfolgreich eigenständige Kleinbauern in der Umgebung des Nationalparks Kerinci-Seblat, ihre Kulturen von Gemüse auf Kaffee umzustellen. So sind Mischkulturen hier die Regel, und zwischen den Kaffeebäumen wächst nach wie vor Kohl, was nicht gern gesehen ist, da der routinemässige Einsatz von Pestiziden und Herbiziden in den Gemüsekulturen schwierig zu durchbrechen ist. Mit Unterstützung von Tropical Agro pflanzten die Bauern über die letzten Jahre rund 800’000 Kaffeesträucher. Die ersten Ernten erfolgten im Jahr 2014 und 2016/2017 konnten bereits 1080 Tonnen Bohnen höchster Qualität (Grade 1) von 628’000 Kaffeesträuchern geerntet werden. Die Umstellung auf organischen Anbau ist eine Herausforderung, die gegenwärtig angepackt wird.                                                                                                                           

Im Gegensatz zum Gayo-Anbaugebiet verkaufen die Kerinci-Kaffeebauern ihre Kaffeebeeren unverarbeitet an die Firma Tropical Agro, wo sie in einer neu erstellten, modernen Anlage für den Export weiterverarbeitet werden. Auf diese Weise sind die Qualitätsanforderungen besser kontrollierbar. Die meisten Kaffeegärten liegen am Fuss des Vulkans Gunung Kerinci am Rand des Kerinci Seblat Nationalparks.

 

 

Der Nationalpark Kerinci Seblat      

Mit einer Gesamtausdehnung von knapp 14’000 Quadratkilometern (mehr als 1/4 der Fläche der Schweiz), erstreckt sich der grösste Nationalpark Sumatras über vier Provinzen der Insel, nämlich West Sumatra, Jambi, Bengkulu und Süd Sumatra auf einer Höhe von 200 m bis 3805 müM. Auf den im Park liegenden Teilen des Bukit Barisan Rückens – einem Gebirgsrücken, der sich über ganz Sumatra erstreckt und über 30 noch aktive Vulkane enthält – erstrecken sich die höchstgelegenen Hochebenen Sumatras. 

Die höchste Erhebung ist Gunung Kerinci mit 3805 müM, ein bis heute aktiver Schichtvulkan. Der Park ist zudem für seine heissen Quellen, Flüsse, Höhlen und den höchstgelegenen Kratersee Südostasiens berühmt. Rund 4000 Pflanzenarten wurden hier gefunden, unter ihnen die grösste Blume der Welt: Rafflesia arnoldii. Die stark bedrohten Arten Sumatra Tiger, Sumatra Nashorn und Sumatra Elefant kommen hier noch vor sowie Nebelparder, Tapir und Malaienbär. Es wurden rund 370 Vogelarten nachgewiesen.          

Die häufigen illegalen Übergriffe auf den Nationalpark wie Holzschlag, Anlage von illegalen Plantagen, etc. sollen durch die neuen Kaffeeplantagen eingedämmt werden, da die Bauern vom Kaffeeanbau eine viel bessere Wertschöpfung erhalten als vom Gemüseanbau. Erste Erfolge können bereits verzeichnet werden.